Abschlüsse an der Bachgauschule

Mittlerer Bildungsabschluss

Schülerinnen und Schüler des verkürzten gymnasialen Bildungsgangs (G8) können am Ende der Einführungsphase eine Gleichstellung mit dem mittleren Abschluss erlangen,
•    wenn sie zur Qualifikationsphase (zweites und drittes Jahr der gymnasialen Oberstufe) zugelassen werden,
•    wenn sie nicht zur Qualifikationsphase zugelassen werden, aber die Erteilung des mittleren Abschlusses unter Anwendung der Versetzungsbestimmungen der Realschule möglich gewesen wäre.
Dies ist bei uns in der Regel der Fall.

Fachhochschulreife

Schülerinnen und Schüler, die die Qualifikationsphase mindestens bis zum Ende des zweiten Schulhalbjahres (Q2) besucht haben, erwerben die Fachhochschulreife, wenn sie bestimmte schulische Leistungen erfüllt haben (=schulischer Teil der Fachhochschule) und schließlich eine ausreichende berufliche Tätigkeit nachweisen.

Folgende Leistungen müssen erbracht werden:
•    in 11 Grundkursen insgesamt mindestens 55 Punkte, darunter 7 Kurse mit  mindestens 5 Punkten
•    in den 4 Kursen der beiden Leistungsfächer mindestens 40 Punkte der zweifachen Wertung, darunter mindestens 2 Kurse mit mindestens 5 Punkten in einfacher Wertung.

Unter den einzubringenden Kursen müssen sich befinden:
•    2 Halbjahreskurse Deutsch
•    2 Halbjahreskurse einer Fremdsprache
•    2 Halbjahreskurse Politik und Wirtschaft oder Geschichte
•    2 Halbjahreskurse Mathematik
•    2 Halbjahreskurse einer Naturwissenschaft
Aus anderen Fächern können höchstens je zwei Kurse eingebracht werden.

Wenn die obengenannten Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten unsere Schülerinnen und Schüler beim Verlassen der Schule im Abgangszeugnis den schulischen Teil der Fachhochschulreife bescheinigt. Die jeweils erreichte Gesamtpunktzahl wird beim schulischen Teil der Fachhochschulreife in eine Durchschnittsnote umgerechnet.
Wenn dann zusätzlich eine ausreichende berufliche Tätigkeit (Bestimmungen siehe unten) nachgewiesen wird, erteilen wir das Zeugnis der Fachhochreife.

Der Nachweis einer ausreichenden beruflichen Tätigkeit kann erbracht werden durch:
1. die Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder
2. den Abschluss einer schulischen Berufsausbildung durch eine staatliche Prüfung oder
3. eine Laufbahnprüfung im öffentlichen Dienst oder
4. ein mindestens einjähriges gelenktes Praktikum, wobei einem Praktikum die mindestens einjährige
kontinuierliche Teilnahme an einer Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf gleichgestellt ist, oder ein freiwillig abgeleistetes soziales oder ökologisches Jahr. Das Praktikum kann sowohl in Industrie-, Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieben als auch in öffentlichen Verwaltungen, Behörden oder Institutionen sowie in sozialen oder gemeinnützigen Einrichtungen durchgeführt werden. Es soll Einblicke in unterschiedliche Arbeitsbereiche und -abläufe bieten und das Kennenlernen und Erproben vielfältiger Arbeitsmethoden ermöglichen. Die wöchentliche Arbeitszeit der Praktikantinnen und Praktikanten richtet sich nach den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen. Nach Beendigung des Praktikums erstellt der Betrieb eine Bescheinigung und ein Zeugnis.
Auf die Berufs- oder Praktikantentätigkeit sind der abgeleistete Wehr-, der Zivil-, der entwicklungspolitische Freiwilligen- sowie der Bundesfreiwilligendienst anzurechnen.

Vgl. Oberstufen und Abiturverordnung i.d.F. vom 16. August 2016, § 48 (Link zur Verordnung)

Abitur

Das Ziel der weitaus meisten Schülerinnen und Schüler der Bachgauschule ist die Allgemeine Hochschulreife, das Abitur.
Die Organisation der Oberstufe ist deshalb  im Wesentlichen auf dieses Ziel ausgerichtet.

Die Abiturprüfungen finden im letzten Schulhalbjahr (Q4) in zwei Phasen statt:
die schriftlichen Prüfungen mit hessenweit einheitlichen Fragestellungen vor den Osterferien,
die mündlichen einige Wochen vor Schuljahresende.

Genau genommen beginnen die Abiturprüfungen aber schon viel früher, mit dem ersten Halbjahr der Qualifikationsphase. Die meisten Noten, die die Schülerinnen und Schüler ab diesem Zeitpunkt erwerben, fließen in das Abiturzeugnis mit ein. Letztlich machen die Leistungen in den eigentlichen Abiturprüfungen sogar nur ein Drittel der Gesamtnote aus.

In die Abiturnote fließen ein:
•    die jeweils 4 Halbjahreskursnoten der beiden Leistungskurse in doppelter Wertung,
•    je 4 Halbjahreskursnoten der drei zusätzlichen, vom Schüler / der Schülerin ausgewählten Prüfungsfächer in einfacher Wertung,
•    sowie die Halbjahreskursnoten aus 12 weiteren Grundkursen.

In welchen Fächern die Schülerinnen und Schüler sich prüfen lassen bzw. welche Kurse in die Abiturnote einfließen, können sie innerhalb bestimmter Grenzen selbst wählen.

Folgende Vorgaben müssen bei der Wahl der Fächer berücksichtigt werden:

Unter den in die Abiturnote einfließenden („einzubringenden“) Fächern müssen sich
•    4 Kurse Mathematik
•    4 Kurse Deutsch
•    4 Kurse einer Fremdsprache
•    2 Kurse Musik oder Kunst
•    2 Kurse Geschichte
•    2 Kurse Politik und Wirtschaft
•    2 weitere Kurse aus einer Naturwissenschaft oder einer Fremdsprache oder Informatik
befinden.

Verpflichtende Prüfungsfächer sind
•    Deutsch
•    Mathematik
•    eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft oder Informatik

Man sieht, dass, je nachdem welche Leistungsfächer gewählt werden, die Auswahlfreiheit größer oder kleiner sein kann.

Die Noten, die die Schülerinnen und Schüler in den einzubringenden Fächern erwerben, sind auch noch in einer anderen Hinsicht wichtig:

Hat man
•    in mehr als 6 einzubringenden Grundkursen unter 5 Punkten
•    in mehr als drei Leistungskursen unter 5 Punkten
•    in einem der einzubringenden Kurse 0 Punkte
•    in allen Grundkursen zusammen weniger als 120 Punkte
•    in allen Leistungskursen (in doppelter Wertung) zusammen weniger als 80 Punkte
wird man zur Abiturprüfung nicht zugelassen.


Die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen werden jeweils vierfach gewertet.

Hat man
•    in einem der Prüfungsfächer 0 Punkte,
•    in mehr als einem Leistungsfach unter 5 Punkte,
•    in mehr als zwei Grundkursen unter 5 Punkte
•    in allen Prüfungsfächern zusammen (in vierfacher Wertung) unter 100 Punkte
hat man das Abitur nicht bestanden.

Allerdings ist es vor allem in den schriftlichen Abiturfächern möglich, eine zusätzliche mündliche Prüfung abzulegen und so das Ergebnis möglicherweise zu verbessern.

Eine nicht bestandene Abiturprüfung kann genau einmal wiederholt werden.

Die Abiturnote wird nach einem bestimmten Schlüssel errechnet.
Sie finden diesen sowie weitere Details zu den Abiturbestimmungen in der übersichtlichen Broschüre des Hessischen Kultusministeriums Abitur in Hessen – ein guter Weg.

Detaillierte Informationen zum Landesabitur können sie außerdem auf der Website des Hessischen Kultusministeriums nachlesen.

Die Überreichung der Abiturzeugnisse findet gewöhnlich im festlichen Rahmen einer abendlichen Feier ungefähr ein bis zwei Wochen nach den mündlichen Abiturprüfungen statt.