Berichte aus der Schule

BEIJING 2013

Bereits zum dritten Mal besuchte eine Schülergruppe der Bachgauschule die Hauptstadt im Reich der Mitte. Dieses Mal war es eine große Gruppe mit 24 Schülerinnen und Schülern und zwei Lehrkräften. Eingeladen hatte Prof. Wang vom Beijing Institute of Education (BIE). Er hatte ein straffes Programm mit Unterricht und Besichtigung kultureller  Einrichtungen zusammengestellt. Auf diese Art konnten wir die unterschiedlichsten Aspekte der chinesischen Kultur kennenlernen.

Gleich am ersten Abend in Peking lernten wir die Abendunterhaltung von Chinesen kennen. Auf einem Platz in der Nähe des BIE-Campus herrschte fröhliches Treiben. Rollschuhlaufen, Inliner-fahren, Karaoke, gemeinsames Tanzen und Standardtanzen, all das fand in unmittelbarer Nähe zueinander statt, jeweils mit anderer Musik lautstark beschallt. Viel Spaß machte uns das Fahren in Autoscootern. Das Tanzen mit der chinesischen Gruppe fiel uns allerdings deutlich schwerer.

Das erste Wochenende in Peking wurde für verschiedene Besuche genutzt. Am Samstag besichtigten wir das Nationaltheater, dessen Außenhaut aus Glas und Titan an das traditionelle Ying- und Yang-Motiv erinnert. Von dort ging es zum nahe gelegenen Tiananmen-Platz, von uns (fälschlicherweise) als Platz des Himmlischen Friedens bezeichnet. Dieser Platz besitzt für die Chinesen eine besonders große Bedeutung, da hier vom Tor des Himmlischen Friedens (Tiananmen) Mao die Volksrepublik ausgerufen hat. Der größte innerstädtische Platz der Welt fasst eine Million Menschen. Entsprechend viele Menschen sind hier unterwegs. Was bereits am Nationaltheater angefangen hatte, fand hier eine intensive Fortsetzung (wie später bei allen anderen Gelegenheiten): einzelne Schülerinnen und Schüler wurden von Chinesen gebeten, sich mit ihnen fotografieren zu lassen.
Das Tiananmen war das Eingangstor zur Kaiserstadt. in nördlicher Richtung dahinter befindet sich der Kaiserplatz, die Verbotene Stadt. Nur ein kleiner Teil dieses Palastmuseums ist für die Besucher zugänglich. Ein Gang durch die Mittelachse, die früher nur vom Kaiser benutzt werden durfte, zeigt imponierende Gebäude, die überwiegend nur für repräsentative Zwecke genutzt wurden.
Am Sonntag fuhren wir zur Großen Mauer bei Jinshaling, etwa 120 km nördlich von Peking. Der Mauerabschnitt wurde ab 1570 während der Ming-Dynastie errichtet. Mit einem neuen Lift ging es den Berg hoch und dann in Richtung Simatai. Der Mauerabschnitt ist nur teilweise restauriert, die Begehung wird mit  größerem Abstand zur Bergstation immer schwieriger. Die richtig schwierigen Teile der Strecke blieben uns dieses Mal allerdings erspart. Zurück ging es zur Talstation der Seilbahn.
Durch eine Programmänderung hatten wir im Anschluss an unseren Ausflug noch Unterricht in chinesischer Kalligraphie und Zeichnen. Die ungewohnte Haltung des Pinsels bei der Kalligraphie erwies sich als besonders schwierig. Beim Zeichnen der Pandas waren alle voller Eifer.
Der erste Unterricht am Montag wurde von Prof. Wang gehalten. Er informierte über chinesische Geschichte und Kultur. Auch gab er wichtige Hinweise für die Etikette. Hier wurden die Unterschiede unserer deutschen Gewohnheiten zur chinesischen Kultur besonders deutlich.
Nachmittags versuchten wir uns in Alltagschinesisch. Die Aussprache stellte für uns eine besondere Herausforderung dar. Aber einige wichtige Wörter konnten wir lernen.
Am nächsten Tag sollten wir die neu erworbenen Kenntnisse gleich beim Einkaufen ausprobieren. Allerdings war es leichter, sich auf die Übersetzung unserer Begleiter oder die Angabe des Preises auf dem Taschenrechner zu verlassen. Bei diesem ersten Einkaufen zeigte sich bereits die Besonderheit: Handeln muss sein. Bei den Einkaufsmärkten, die hauptsächlich Touristen bedienen, sind, je nach Verhandlungsgeschick,  Preisnachlässe bis zu 90% erreichbar!
Beim Gongfu-Unterricht am Dienstagnachmittag war Körperbeherrschung und ein gutes Gedächtnis gefragt. Am Ende konnte jede Teilgruppe ihre ersten Schritte im Taiji vorführen. Mit diesem Programmpunkt war der Unterricht beendet.
Am Mittwoch begann der Besuch kultureller Einrichtungen mit dem Besuch des Himmelstempels. Hierher kam der Kaiser, um für eine gute Ernte zu beten. Am Nachmittag fuhren wir zum Yaxiu-Market. Unter Market (Markt) wird in China nicht das verstanden, was einige Teilnehmer befürchteten. Es handelt sich um Kaufhäuser mit einer Vielzahl kleiner Läden, die, dicht gedrängt, auf mehreren Stockwerken alles anbieten. Von Kleidung über Taschen, Schmuck und Andenken ist alles in allen Preislagen zu finden. Die Verkäufer werben teilweise sehr aggressiv für ihren eigenen Laden und man muss sich an den Trubel erst gewöhnen.
Die Beijing No. 39 Middle School befindet sich im Zentrum von Beijing. Hier wurden wir am Donnerstag zusammen mit einer Schülergruppe aus Thailand herzlich empfangen. Die Schule hat viele internationale Schüler, deren Zimmer wir uns ansehen konnten. Auf dem Schulhof bekamen wir den ersten Einblick in das chinesische Schulleben. Zunächst wurde über Lautsprecher eine „Augen-Gymnastik“ angeleitet. Unsere chinesischen Begleiter machten es uns vor. Dann erschienen alle Schülerinnen und Schüler der Schule auf dem Schulhof. In Reih und Glied wurde die Morgengymnastik absolviert.
Wir spielten Tischtennis, lernten im Musikunterricht chinesische Lieder und konnten einer Schulstunde in „General Technology“ folgen. Im Papercutting stellten wir eigene Werke her. Beim Austausch mit chinesischen Schülerinnen und Schülern halfen uns die mitgebrachten Informationsmaterialien zu Babenhausen und dem Odenwald schnell Kontakt aufzunehmen. Es wäre schön, wenn sich hier Kontakte zwischen den chinesischen und deutschen Schülern ergeben würden.
Nach dem Besuch der Schule erklommen wir den Kohlehügel. Der künstliche Hügel liegt in der Nord-Süd-Achse Pekings, direkt nördlich der Verbotenen Stadt. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick, der allerdings durch die trübe Luft (Smog und Nebel) beeintächtigt war.
Im Anschluss konnten wir uns bei einer Teeprobe über chinesische Teesorten informieren. Dann war es dunkel genug, um mit der Bootsfahrt über den Houhai zu beginnen. Mit drei Booten ging es zum Nordende des Hinteren Sees und wieder zurück. Es war ein sehr schöner Anblick, wie sich die Kneipenszene rund um den See bunt im Wasser spiegelte.
Am Freitag stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: der Sommerpalast, die Sommerresidenz der Kaiser. Leider ging ein Teil seiner imponierenden Wirkung durch das schlechte Wetter verloren. Dafür wurde uns „Rubberduck“ gezeigt, eine gelbe Riesenente auf dem Weg um die Welt auf Station in Peking. Am Nachmittag besuchten wir das Nationalmuseum, das nach umfassenden Renovierungen noch nicht lange wieder geöffnet ist. Nach umfangreichen Sicherheitsüberprüfungen konnten wir uns in dem weitläufigen Gebäude umsehen. Die neuere chinesische Geschichte war dabei ebenso interessant wie z.B. Gastgeschenke ausländischer Regierungen. Die zur Verfügung stehende Zeit war zu kurz, um auch nur einen kleinen Überblick zu bekommen.
Der Tag wurde mit einer Karaokeparty beendet Hier durfte jeder seine Gesangskünste unter Beweis stellen.
Die Liulichang, die wir am Samstagmorgen besuchten, ist eine im alten Stil restaurierte Straße. Hier finden sich vor allem Geschäfte für Künstlerbedarf und Teegeschäfte. Wer hochwertige Kalligraphien oder Zeichnungen erwerben will, ist hier richtig.
In der „Beijing Planung Exhibition Hall“, die wir nachmittag besuchten, kann man alles über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Pekings erfahren. Diese Ausstellung ist sehr beeindruckend, und dies nicht nur aufgrund der verschiedenen Stadtmodelle. Das größte der Modelle zeigt die Stadt etwa bis zum dritten Ring, wobei in der inneren Stadt jedes Haus nachgebaut worden ist. Hier konnten wir sogar unsere Unterkunft finden. Im Modell des CBD (Central Business District) waren die gebauten und geplanten Hochhäuser zu unterscheiden. Hier ist die imposante Entwicklung der Stadt besonders deutlich zu erkennen.
Um die Zeit bis zum Theaterbesuch zu überbrücken, bummelten wir über die Qianmen. Diese Einkaufsstraße im Süden des Tianmen-Platzes wurde im alten Stil neu aufgebaut. Hier finden sich neben traditionellen Geschäften vor allem internationale Departmentstores.
Den Abschluss des Tages und auch des offiziellen Programmes bildete der Besuch einer Gongfu-Vorführung im „Red Theatre“.
Den letzten Tag in Peking konnte jeder frei gestalten. Die Meisten von uns nutzten ihn dazu, das Fassungsvermögen der Koffer auf die Probe zu stellen. Bei der Abschiedszeremonie bekamen wir unsere Zertifikate und beschlossen die gemeinsame Zeit bei einem Essen.
Nachts um 4 Uhr hieß es dann Abschied nehmen, zunächst vom BIE-Campus, dann von Peking. Hinter uns lagen anstrengende Tage voller neuer Eindrücke und neuer Erfahrungen.


Wir danken allen, die uns diese Fahrt ermöglicht haben!
Ein besonderer Dank geht an Prof. Wang vom Beijing Institute of Education (BIE), der nun schon zum dritten Mal für eine Gruppe der Bachgauschule ein Programm zusammengestellt hat. Ein herzlicher Dank geht an alle Begleiter und Mitarbeiter des BIE, die uns geholfen und unterstützt haben. Den Lehrkräften danken wir für interessante Unterrichtsstunden.
Der Besichtigungsteil unseres Programms wurde von China Travel Service organisiert. Hier danken wir Marc, Vicky und vor allem Grant, der viel über sein Land zu berichten wusste.

Special thanks to Prof Wang of the Beijing Institute of Education, who has by now organized a visit to Beijing for the Bachgauschule for the third time.
Many thanks to the staff of the BIE who have supported and helped us during our visit
and who provided us with interesting lessons.
The sightseeing part of our trip was organized by "China Travel Service" and we thank
Mark, Vicky and above all Grant, who accompanied us and supplied us with extensive information about all the places we visited.

谢谢

Die Bilder in der Galerie sind über die Nummern dem Tag zuzuordnen.

Tag 1      Donnerstag    Abflug, Zwischenstopp in Dubai
Tag 2      Freitag          Ankunft in Beijing um 15.10 Uhr; abends Erkundung der Umgebung
Tag 3      Samstag        Besichtigung des Nationaltheaters, des Tiananmen-Platzes und der Verbotenen Stadt; Bummel über die Nanluogoxiang
Tag 4      Sonntag        Besuch der Großen Mauer bei Jinshaling; Unterricht in chineischer Kalligraphie und Zeichnen
Tag 5      Montag         morgens Unterricht in chinesischer Geschichte und Kultur, Etikette; nachmittags Unterricht in Alltagschinesisch
Tag 6      Dienstag       morgens Unterricht in Alltagschinesisch, dabei Besuch eines Einkaufszentrums; nachmittags Unterricht in Gongfu (Taiji)
Tag 7      Mittwoch      Besichtigung des Himmelstempels, nachmittags Yaxiu-Markt und Sanlitun;
Tag 8      Donnerstag   Besuch der Beijing No. 39 Middle School; danach Kohlehügel; Teeprobe; abends Bootsfahrt auf dem Houhai
Tag 9      Freitag         Besichtigung des Sommerpalastes; Besuch des Nationalmuseums; Karaokeparty
Tag 10    Samstag       Besuch der Liulichang; nachmittags Besuch der Beijing Planung Exhibition Hall, Bummel über die Qianmen; Besuch einer Vorführung am Hong-Theater (Gongfu-Vorstellung)
Tag 11    Sonntag       freie Zeit, nachmittags Abschiedszeremonie und Abschiedsessen
Tag 12    Montag        um 4.00 Uhr Abfahrt vom BIE-Campus, Abflug um 7.25 Uhr, Zwischenstopp in Dubai; Ankunft in Frankfurt um 19.20 Uhr